VPOD Mittelbau kritisiert Reformpläne der Universität Basel als «kosmetisch»

Die VPOD-Gruppe Mittelbau der Universität Basel hat ihre Vernehmlassungsantwort zu den geplanten Reformen der Arbeits- und Anstellungsbedingungen für Doktorierende und Postdoktorierende eingereicht – und fällt ein deutlich kritisches Urteil. Zwar begrüsst der VPOD Mittelbau grundsätzlich den Reformwillen der Universitätsleitung, die vorgelegte Auslegeordnung bleibe jedoch oberflächlich und verfehle die eigentlichen strukturellen Probleme des akademischen Arbeitsmarkts.

Kernkritik ist das Fehlen einer klaren Problemanalyse. Statt die Ursachen prekärer Beschäftigung, hoher Befristungsquoten und hierarchischer Abhängigkeiten anzugehen, setzten die vorgeschlagenen Massnahmen vor allem auf mehr Transparenz und Kommunikation. Das schütze primär den Status quo, verbessere aber die Situation der Betroffenen kaum.

Besonders kritisch beurteilt der VPOD Mittelbau Massnahmen, die auf einen schnelleren «Turnover» von Postdocs abzielen. Eine solche Strategie verlagere die Probleme lediglich aus der Universität hinaus, anstatt faire und nachhaltige Perspektiven innerhalb der Wissenschaft zu schaffen. Angesichts der hohen Belastung, der Machtkonzentration bei Professuren und der zunehmenden Risiken für die psychische Gesundheit des wissenschaftlichen Personals sei dies zynisch.

Der VPOD Mittelbau fordert stattdessen eine zweite Reformphase mit echtem strukturellem Anspruch: mehr und frühere Festanstellungen, eine Reduktion hierarchischer Abhängigkeiten, institutionelle statt personenbezogene Anstellungen sowie faire Löhne. Nur so könne die Universität Basel zu einer gesünderen, inklusiveren Arbeitskultur beitragen – und langfristig bessere Forschung und Lehre ermöglichen.

Fazit des VPOD Mittelbau: Eine rein kosmetische Reform ist schlimmer als keine. Jetzt braucht es mutige Schritte für stabile Jobs und bessere Wissenschaft.


Downloads
15.01.2026 Vernehmlassung Mittelbaureform deutsch PDF (231.9 kB)
Downloads
26.01.2026 Vernehmlassung_engl PDF (211.9 kB)