Basel, den 17.09.2025
Neuer GAV für das technische Personal am Theater Basel
Nach über zwei Jahren voller Einsatz und Ausdauer ist es geschafft: Die Mitarbeitenden der Technik am Theater Basel haben einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) erkämpft. Erstmals in der Schweiz wurde ein GAV in offenen Verhandlungen mit aktiver Beteiligung und Mitwirkung von Mitarbeitenden ausgehandelt. Dieses Format durchbrach das übliche Machtgefälle und brachte die Mitarbeitenden als die Expert:innen mit ihrer Erfahrung und ihren Forderungen direkt an den Verhandlungstisch.
Ohne Technik kein Theater – und mehr Respekt
Der neue GAV umfasst alle, die sonst unsichtbar im Hintergrund dafür sorgen, dass jede Vorstellung gelingt: Bühnenmaler:innen, Kostümschneider:innen, Garderobenpersonal, Logistiker:innen und viele mehr. Sie sind das Rückgrat jeder Produktion – und haben sich erfolgreich für echte Verbesserungen eingesetzt. 40-Stunden-Woche, Lohnerhöhungen in verschiedenen Abteilungen und besserer Schutz gegen Kettenarbeitsverträge sind wichtige Schritte für bessere Arbeitsbedingungen im Kulturbereich.
Offene Verhandlungen – ein historischer Schritt
Zum ersten Mal in der Schweiz fanden offene Verhandlungen statt. Nicht nur Gewerkschaftsfunktionär:innen sassen am Verhandlungstisch mit den Arbeitgebenden, sondern die Mitarbeitenden selbst. Eine Delegation aus allen technischen Abteilungen bestimmte die strategische Linie, während alle GAV-Berechtigten als Gäste teilnehmen konnten. Dieses Format durchbrach das übliche Machtgefälle und brachten die Mitarbeitenden als die Expert:innen mit ihrer Erfahrung und ihren Forderungen direkt an den Verhandlungstisch.
25 Verhandlungstage, Widerstand und Erfolge
Nach 25 Verhandlungstagen, zahlreichen Delegationstreffen und mehreren kraftvollen Aktionen konnte ein GAV verhandelt werden, der konkrete Verbesserungen bringt:
- Einführung der 40-Stunden-Woche
- Einführung der Jahresarbeitszeit, jedoch mit klaren Schranken
- Lohnerhöhungen in einzelnen Abteilungen
- Verbesserter Kündigungsschutz
- Strengere Regeln gegen Kettenverträge
- Fortschritte im Bereich Gleichstellung
- Verbesserungen beim Dienstaltersgeschenk
Solidarität zahlt sich aus
Immer wenn die Verhandlungen ins Stocken gerieten, reagierten die Mitarbeitenden mit sichtbaren und lauten Aktionen. Der Grossteil der Belegschaft stand jedes Mal geschlossen hinter der Delegation – und zeigte, dass sie entschlossen und gemeinsam für Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einstehen. »Die Delegierten und alle Mitarbeitenden haben diesen GAV möglich gemacht» so Sina Deiss, Verhandlungsleitung vpod region basel. «Mit ihrem Expert:innenwissen und unermüdlichem Einsatz konnten wichtige Verbesserungen erkämpft werden. Damit haben sie gezeigt: ohne Technik kein Theater!»
Ein Signal über Basel hinaus
Der neue GAV ist ein Meilenstein – aber kein Endpunkt. Er beweist: Wo Beschäftigte solidarisch handeln, können sie Veränderungen vorantreiben. Was am Theater Basel gelungen ist, kann und wird auch andernorts Schule machen.
