„Kita ist kein Kinderspiel - bis zum Burnout fehlt nicht mehr viel!"

Von: vpod region basel

Am Donnerstag, 12. Januar übergaben VPOD-Mitglieder die Petition «Kita ist kein Kinderspiel» an die Regierung und den Grossen Rat. Darin fordern über 500 Kita-Mitarbeitende bessere Arbeitsbedingungen in den Kitas. Während sich die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) des Grossen Rates mit einem ungenügenden Gegenvorschlag zur Kita-Initiative beschäftigt, nehmen es die Betroffenen selbst in die Hand.

Übergabe der VPOD-Petition "Kita ist kein Kinderspiel" am 12. Januar 2022
Übergabe der VPOD-Petition "Kita ist kein Kinderspiel" am 12. Januar 2022vpod region basel

Über 500 Unterschriften von Kita-Mitarbeitenden

Der ständige Stress und die immer grösser werdende Arbeitslast treibt Kita-Mitarbeitende an den Rand ihrer Möglichkeiten und bis ins Burnout. In einer Petition fordern nun über 500 von ihnen bessere Arbeitsbedingungen. "Kita ist kein Kinderspiel - bis zum Burnout fehlt nicht mehr viel!", steht auf einem Banner, welches die VPOD-Mitglieder zur Übergabe bringen. Es fehlt nicht mehr viel, bis noch mehr Kitapersonal im Burnout landet - um das zu verhindern, fordern die VPOD-Mitglieder klare Verbesserungen des Betreuungsschlüssels, kinderfreie Arbeitszeit sowie höhere Löhne und Perspektiven in der Lohnentwicklung.

Bevor die Unterschriften der 500 Kita-Mitarbeiter:innen übergeben werde, erklärt Renata in ihrer Rede, weshalb sie sich wehren:

"Unsere Arbeitssituation ist sehr prekär, darum sagen wir, jetzt reicht's. Das Fass ist schon lange am überlaufen und da ist nicht Corona schuld. So kann es nicht weitergehen. Wir gehören auch zu den systemrelevanten Berufen."

Es braucht verbindliche Regelungen und höhere Löhne

Die aktuellen Regelungen sind zu lasch. Der Betreuungsschlüssel und die weiteren Vorgaben in den Modellkosten, vor allem bezüglich des Lohnes, sind nicht verbindlich. Der Kanton muss strikte Vorgaben machen, wie das Geld eingesetzt wird. Es reicht bezüglich Verbindlichkeit nicht aus, nur "branchenübliche Arbeitsbedingungen" vorzuschreiben und den Kitas zu überlassen, wie sie das Geld einsetzen. Kita-Mitarbeitende brauchen höhere Löhne. Der stetig ansteigende Anspruch an die Betreuungsqualität und somit auch an die Mitarbeitenden widerspiegelt sich keineswegs in den aktuellen Löhnen. Es nützt nichts, immer mehr Kita-Plätze zu fordern, ohne die Arbeitsbedingungen zu erhöhen.

Renata dreht das Blatt in ihrer Rede auch mal um und sagt: " Wir haben genug. Was wollt ihr machen, wenn wir den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten können?" Denn das ist genau die Gefahr, die droht, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern.

Keine Kitas ohne Personal

Überbelastung, ständiges Einspringen, wachsender Admin-Aufwand, nicht aufhörender Stress und psychische Belastung gehören für Kita-Mitarbeitende zum Alltag. Ein Ausbau der Kita-Plätze ist zwar wünschenswert, jedoch nur realistisch, wenn die Arbeitsbedingungen verbessert werden und das nötige Personal gefunden wird. Deshalb braucht es nun auch klare Verbesserungen am Gegenvorschlag auf die Kita-Initiative.

Mehr Informationen zur Petition: Petition "Kita ist kein Kinderspiel"


Galerie: Übergabe Kitapetition