Lohnverhandlungen mit Kantonsspital Baselland gescheitert

Von: Verbände VPOD, SBK, VSAO und Syna

Die Lohnverhandlungen zwischen dem Kantonsspital Baselland (KSBL) und den Verbänden VPOD, SBK, VSAO und Syna sind gescheitert. Wie schon im letzten Jahr war das öffentlich-rechtliche KSBL lediglich bereit, einen Bruchteil der Teuerung auszugleichen. Ein weiterer Reallohnverlust ist jedoch inakzeptabel. Deshalb planen die Verbände nun den Gang vor das Schiedsgericht.

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Gescheiterte Lohnverhandlungen

Nach drei Verhandlungsrunden sind die jährlichen Lohnverhandlungen zwischen dem KSBL und den Verbänden VPOD, SBK, VSAO und Syna gescheitert. Nachdem das Spitalpersonal bereits im vergangenen Jahr einen Reallohnverlust von 1% verkraften musste, wollte das öffentlich-rechtliche KSBL seinen Angestellten in diesem Jahr gerade einmal die Hälfte der Teuerung ausgleichen.

2% Reallohnverlust über 2 Jahre – der massive Anstieg der Krankenkassenprämien nicht eingerechnet – ist für die Arbeitnehmendenvertretungen inakzeptabel, weshalb die Verbände den vollen Ausgleich der Teuerung forderten. Der Kanton Basel-Landschaft diskutiert über einen fast 2.5%-igen Teuerungsausgleich und auch in der Privatwirtschaft werden Teuerungsausgleiche von über 2% gesprochen. Vom Spitalpersonal wird aber seit Jahren verlangt, dass es mehr arbeitet, sich jedoch immer weniger leisten kann.

Falsches Signal führt zu Abwanderung

Der Fachkräftemangel und die damit verbundene Belastung für das Spitalpersonal spitzt sich immer mehr zu. In einer Branche, die bereits unter akutem Fachkräftemangel leidet, sendet das KSBL mit seiner Lohnpolitik bedenkliche Signale aus. Die anhaltende Knappheit an qualifiziertem Personal im Gesundheitswesen ist ein drängendes Problem, dem wir mit Sorge begegnen sollten. Die jüngsten Entwicklungen werden die Unzufriedenheit beim Spitalpersonal weiter erhöhen. In der Konsequenz wird eine solche Unzufriedenheit zu einer verstärkten Abwanderung führen. Der Verlust von qualifiziertem Personal verschärft nicht nur den bestehenden Fachkräftemangel, sondern beeinträchtigt auch die Qualität der Patientenversorgung.

Die Lohnpolitik des KSBL verschlechtert nicht nur die Arbeitsbedingungen zusätzlich, sondern gefährdet damit die Gesundheitsversorgung im Kanton als Ganzes. Indem weiter auf dem Rücken des Personals gespart wird, verschärft sich der Teufelskreis. Dabei bräuchte es weit mehr als einen Ausgleich der Teuerung, um aus dieser Abwärtsspirale auszubrechen. Neben einer Anhebung des Lohnniveaus mittels Reallohnerhöhungen sind Verbesserungen bei den Arbeits- und Anstellungsbedingungen immer dringlicher nötig

Schiedsgericht geplant

Die Verbände nehmen diese Lohnpolitik des KSBL auf keinen Fall so hin und planen deshalb den Gang vor das Schiedsgericht. Dies ist ein langwieriger Prozess und gleichzeitig spüren die Angestellten des KSBL im hier und jetzt das immer grösser werdende Loch im Portemonnaie. Es ist entscheidend, dass auch der Kanton als Eigner ernsthaft Verantwortung übernimmt. Er muss sich bemühen, die Leitung des KSBL zu unterstützen und zu einem Umdenken zu bewegen, damit die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit des Spitalpersonals verbessert werden.

Unsere Gesundheitsversorgung muss jetzt sichergestellt werden, ansonsten werden wir schon bald ganz andere grundsätzliche Probleme zum Thema Gesundheitsversorgung im Kanton Basel-Landschaft lösen müssen.

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23.11.2023Medienmitteilung: Gescheiterte Lohnverhandlungen mit dem KSBLPDF (150 kB)