Forderung für den Kt. Baselland: Teuerungsausgleich 3% und Reallohnerhöhung von 2%!

Zusammen mit den anderen Personalverbänden der Arbeitsgemeinschaft Basellandschaftlicher Personalverbände (ABP) fordert der vpod region basel einerseits einen Teuerungsausgleich von 3% sowie zusätzlich endlich eine Reallohnerhöhung von 2%!

Teuerungsausgleich

Gemäss § 49 des Personaldekrets stellt der Regierungsrat nach Verhandlungen mit der ABP dem Landrat Ende September des jeweiligen Jahres Antrag über die Höhe des Teuerungsausgleichs. Die Teuerung berechnet sich – im Unterschied zu anderen Kantonen – folgendermassen: Es wird die Differenz der geglätteten Teuerung von zwei aufeinanderfolgenden Jahren (Vorjahr/aktuelles Jahr) berechnet. Die geglättete Teuerung selbst berechnet sich als Durchschnitt der einzelnen Monatsindizes über ein Jahr. Die Differenz der geglätteten Teuerung wird als prozentuale Differenz berechnet. Dabei wird sie ins Verhältnis zur Teuerung des Vorjahres gesetzt. Durch dieses ungewöhnliche Baselbieter «24-Monate-Modell» wird die Auswirkung einer übermässig stark anziehenden Teuerung, wie wir sie 2022 erleben, erst mit zeitlicher Verzögerung in ihrer eigentlichen Dimension erfasst.

Als weitere Beurteilungsgrössen für die Höhe des Teuerungsausgleichs sind gemäss § 49 des Personaldekrets die finanzielle Situation des Kantons und die wirtschaftliche Entwicklung im Umfeld miteinzubeziehen. Der Ausblick auf den Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2023-2026 ist gemäss dem Jahresbericht 2021 des Regierungsrats selbst auf der Basis des Negativszenarios der BAK Economics-Prognose durch schwarze Zahlen geprägt. Die Staatsrechnung 2021 präsentierte sich hervorragend. Das operative Ergebnis lag bei einem Plus von fast 200 Millionen Franken.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung ist ein Blick auf den für das Jahr 2023 prognostizierten massiven Anstieg der Krankenkassenprämien unvermeidlich. Ein signifikanter Kaufkraftverlust wird daraus resultieren; für den Kanton Basel-Landschaft sind Prämiensteigerungen von ca. 4.5 % prognostiziert. Da die Krankenkassenprämien jedoch nicht Teil des Warenkorbs des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) und der damit verbundenen Teuerungsberechnung sind, fordert die ABP zusätzlich 0.5 % Teuerungsausgleich.

Insgesamt fordert die ABP für die Lohnrunde 2023 einen Teuerungsausgleich von + 3 %*.

* Diese 3 % basieren auf der Annahme, dass das Baselbieter Berechnungsmodell eine Teuerung von 2.5 % ausweisen wird. Sollten es mehr als 2.5 % sein, erhöht sich die Forderung entsprechend.

Reallohnerhöhung

Aus folgenden Gründen fordert die ABP eine Reallohnerhöhung für die bevorstehende Lohnrunde:

  • Aufgrund des ungewöhnlichen Berechnungsmodells des Kantons Basel-Landschaft (siehe oben) hinkt der Teuerungsausgleich der aktuellen Teuerung hinterher. Die seit Frühjahr 2022 weltweit eingesetzte Inflation und nachfolgende anwachsende Teuerung kann durch eine Reallohnerhöhung besser abgefedert werden, da die Kaufkraft dadurch kurzfristig erhalten bleibt. Der Kanton Basel-Landschaft hat zudem als Arbeitgeber für die Privatwirtschaft eine Vorbildfunktion.
  • Der aktuelle Fachkräftemangel betrifft alle Direktionen des Kantons: Lehrpersonen und Schulleitungen, Polizei, handwerklich-technische Funktionen, IT-Fachleute, Sachbearbeiter*innen, administrative Funktionen (Immobilien, Human Resources, Jurist*innen, Projektleitungen (Hoch- und Tiefbau). Durch die Rekrutierung von neuem Personal werden die langjährigen Staatsangestellten in der Lohneinreihung benachteiligt, da diesen neuen Fachkräften aufgrund des ausgetrockneten Marktes ein guter Anfangslohn angeboten werden muss. Dadurch wird ein Kreislauf in Gang gesetzt, da sich die benachteiligten Mitarbeitenden nach einer neuen Stelle, die in aller Regel mit mehr Lohn verbunden ist, umsehen werden. Diese Konkurrenzsituation kann nur durch eine Reallohnerhöhung vermindert werden.
  • Eine letztmalige Reallohnerhöhung für das Staatspersonal des Kantons Basel-Landschaft erfolgte im Jahr 2001! Zudem haben sich gemäss dem Bundesamt für Statistik die Nominallöhne gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um 0.2 % verringert. Während der schwierigen Phasen der Pandemie haben die Staatsangestellten unter grossem Einsatz dafür gesorgt, alle Leistungen des Kantons jederzeit sicherzustellen. Neben Wertschätzung in Form warmer Worte muss sich dies auch auf den Lohnausweisen zeigen.

Aus den genannten Gründen fordert die ABP für die Lohnrunde 2023, in Ergänzung zur Forderung hinsichtlich Teuerungsausgleich, eine Reallohnerhöhung von + 2 %. Dabei ist das Lohngefüge insgesamt – ausgedrückt in den Lohnbändern – anzuheben .


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23.09.2022Forderungen der ABP betreffend Teuerungsausgleich und Reallohnerhöhung Lohnrunde 2023PDF (286 kB)