Betreuungschaos in der Region Basel

Von: Kerstin Wenk

Der vpod region basel fordert einheitliche Richtlinien für die vorschulische Kinderbetreuung in den beiden Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt.

Der Bundesrat verpflichtet mit der COVID-19-Verordnung 2 die Kantone ein Betreuungsangebot für Kinder, die nicht privat betreut werden können, aufrecht zu erhalten. Er macht jedoch keine konkreten Angaben zur Umsetzung und zur Finanzierung der Betreuung. Das hat zur Folge, dass die beiden Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt jetzt unterschiedliche Regelungen getroffen haben.

Im Kanton Basel-Stadt sind die Kitas grundsätzlich geschlossen und erhalten zusätzliche finanzielle Beiträge, damit sie den Ausfall der Elternbeiträge kompensieren können. Im Kanton Basel-Landschaft sind die Kitas eigentlich offen, aber nur für Eltern in Gesundheitsberufen oder mit anderen zwingenden Arbeitsverpflichtungen. Für die Kitas im Kanton Basel-Landschaft haben die Empfehlungen zur Folge, dass sie einen stark verminderten Betrieb bei gleichbleibenden Kosten haben.

Verunsicherte Arbeitnehmende und Arbeitgebende

In der äusserst kleinräumigen Region Basel sind sich die Arbeitgeber dieser Unterschiede bei der Kinderbetreuung nicht bewusst. Nach anfänglicher Kulanz verlangen Arbeitgeber vermehrt, dass die Eltern ihre Kinder in die Kita bringen und zur Arbeit erscheinen bzw. ihrer Arbeit im Home-Office nachgehen, ohne dabei der Herausforderung von gleichzeitiger Kinderbetreuung Rechnung zu tragen. Dazu kommt, dass sich immer mehr Arbeitgeber als “systemrelevant” einstufen und die Arbeitsverpflichtung als zwingend ansehen. Die Differenzen und Unklarheiten führen zu vielen unnötigen Missverständnissen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden, in einer schwierigen und belastenden Zeit.

Der vpod region basel fordert deshalb:

  • Der Kanton Basel-Landschaft soll die Lösung in Bezug auf die Kitas von Basel-Stadt übernehmen und diese dementsprechend finanzieren. Damit wird verhindert, dass die mühsam aufgebauten Strukturen der Kitas kaputt gehen.
  • beide Kantone sollen klar kommunizieren, was denn wichtige Arbeiten - also “systemrelevante” bzw. ”zwingende” Arbeitsverpflichtungen - sind, bei denen die Eltern einen Betreuungsplatz in dieser Zeit zu Gute haben.
  • Die Arbeitgeber der Region Basel sollen mehr Bewusstsein für die schwierige Situation der Eltern in der Corona-Krise zeigen. Home-Office bei gleichzeitiger Kinderbetreuung ist schlicht nicht möglich.

Der vpod region basel befürchtet zudem, dass sich die Situation bei der Betreuung von Kindern nach den Frühlingsferien mit der möglichen Einführung des Fernunterrichts weiter verschärft.

Für weitere Auskünfte:

Kerstin Wenk

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