Lohnungleichheit schadet uns allen

Von: Basler Gewerkschaftsbund

Lohnungleichheit ist nicht sichtbar, aber noch immer die Realität für die Hälfte der Schweizer Bevölkerung. Dies haben Aktivist*innen verschiedener Frauen*organisationen über Nacht geändert und symbolisch den Tinguely-Brunnen pink eingefärbt, um im Vorfeld der Frauendemo in Bern am 22. September ein Zeichen gegen Lohndiskriminierung zu setzen.

Lohngleichheit ist noch immer keine Realität, auch wenn die Gleichstellung bereits vor 37 Jahren in der Verfassung verankert wurde. Das muss endlich geändert werden. Die Gleichstellung sollte mittlerweile für jegliche politische Couleur eine Selbstverständlichkeit darstellen.

Aktivist*innen verschiedener Organisationen haben darum über Nacht den Tinguely-Brunnen pink eingefärbt, um ihre Forderung präsent zu machen. «Dieses Wasser schadet niemandem – LohnUNgleichheit schon», so das Motto der Aktion.

Nach 37 Jahren ist es Zeit, die Forderung der Frauen* in die Tat umzusetzen und griffige Massnahmen gegen die Lohnungleichheit zu ergreifen. Denn die Frauen* sind nicht nur im Erwerbsleben benachteiligt, die Diskriminierung zieht sich auch bis ins hohe Alter weiter.

In der Schweiz arbeiten Frauen* und Männer* im Erwerbsalter bezahlt und unbezahlt ungefähr gleich viele Stunden, Frauen* verfügen aber über rund 108 Milliarden Franken weniger Lohneinkommen pro Jahr als die Männer*. Damit erzielen sie über weniger als 60 Prozent des Erwerbseinkommens der Männer*.

Nicht nur die Lohngleichheit bei gleichen Berufen ist noch nicht erreicht, Handlungsbedarf gibt es auch bei den sogenannten «Frauenberufen», die schlechter entlohnt werden als die klassischen «Männerberufe». Dazu kommt die unbezahlte Care-Arbeit, die oft von Frauen* geleistet wird.

Ein Grossteil der Ungleichheiten zwischen Männern* und Frauen* sind allein durch Diskriminierung erklärbar, dennoch schlägt das Parlament bloss freiwillige Massnahmen vor, die seit 37 Jahren kaum fruchten. Unter dem Hashtag #Enough18 machen nun an der nationalen Demo Frauen* wie Männer* klar, dass dem Schweizer Schneckentempo in Sachen Gleichstellung ein Ende gesetzt werden muss.

Gefordert werden im Wesentlichen die Anpassung diskriminierender Löhne, griffige Lohnkontrollen und Sanktionen bei entsprechenden Verstössen. Neben Lohnungleichheit und Sexismus bietet die Kundgebung genügend weitere Gründe, um auf die Strasse zu gehen: Sogenannten «Frauenberufen» fehlt es an Anerkennung; Frauen* sind in Führungspositionen deutlich untervertreten, sei es in der Wirtschaft oder der Politik; Frauen* erhalten im Durchschnitt 37 Prozent weniger Rente als Männer*.

Die Kundgebung startet am Samstag, 22. September um 13:30 Uhr in Bern auf der Schützenmatte. Extrazüge aus Zürich, Basel (Abfahrt 12.06 Uhr ab Basel Bhf SBB) und Lausanne werden gratis bereitgestellt. Die Schlusskundgebung mit Musik, Essen und Interviews findet um 15.00 Uhr auf dem Bundesplatz statt.

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