Abstimmung über längere Ladenöffnungszeiten: Der Samstagabend gehört der Familie

Von: BGB

Nach 2013 stimmen wir erneut über die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten am Samstagabend ab. Ein Bedarf besteht noch immer nicht, dennoch drängen die Initianten des Vorstosses auf eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Detailhandel. Dagegen wehren sich Gewerkschaften und linke Parteien.

in Komitee aus Gewerkschaften und Parteien kämpft dagegen an, dass die Ladenöffnungszeiten am Samstagabend um zwei Stunden bis um 20.00 Uhr ausgedehnt werden. Denn weder bei der Bevölkerung noch bei den Detailhändlern besteht Bedarf nach mehr Einkaufsmöglichkeiten am Wochenende.

Genug Einkaufsmöglichkeiten für KonsumentInnen
Es gibt für die KundInnen heute schon genug Möglichkeiten, um praktisch rund um die Uhr alles einkaufen zu können. In Tankstellenshops, an Bahnhöfen, im Internet. Eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten wäre höchstens für das Vergnügen der Kunden, aber nicht weil dringender Bedarf zum Einkaufen besteht. Dass wir uns auf Kosten der VerkäuferInnen amüsieren sollen, ist nicht tragbar.

Kein Interesse bei Detailhändlern
Neben den KundInnen hat auch der Grossteil der Detailhändler kein Interesse an einer Ausdehnung. Schon heute nützen die wenigsten Läden die Öffnungszeiten voll aus. Nur wenige Grossverteiler haben unter der Woche bis um 20 Uhr geöffnet, die kleineren Betriebe schliessen schon deutlich früher.
Die Grossverteiler wären es dann auch, die am meisten profitieren würden. Der Umsatz würde kaum zunehmen, sich folglich aber verlagern. Darunter leiden würden die kleinen Betriebe, und damit die Vielfalt.

Verschlechterung der Arbeitsbedingungen
Statt Verbesserungen würden längere Ladenöffnungszeiten in erster Linie negative Auswirkungen für die Beschäftigten nach sich ziehen. Mit einem Mindestlohn von 3500 Franken monatlich sind die Einkommensmöglichkeiten Bescheiden. Und bereits heute ist es für viele Angestellte schwierig, am Sozialleben teilzuhaben.
Schon heute ist es schwierig, unter der Woche Freizeitaktivitäten mit der Familie oder mit Freunden zu planen. Theater, Kino, Sport, Ausgang: die meisten Veranstaltungen beginnen nicht erst um halb neun. Sei es eine Vorstellung im Theater Basel, ein Heimspiel des FCB im Joggeli oder eines der zahlreichen Konzerte.
Mit dem Samstag auch den letzten Tag, an dem das Kultur- und Vereinsleben stattfindet, unplanbar machen, liegt nicht drin. Auch VerkäuferInnen haben ein Anrecht auf Freizeit. Dieses müssen wir ihnen am 25. November zugestehen.

Schluss mit der Zwängerei
Die Ladenöffnungszeiten sind seit 15 Jahren ein Dauerthema in Basel. Regelmässig fordern Gewerbeverband, Pro Innerstadt und wirtschaftsliberale VertreterInnen eine Ausdehnung des Shoppings bis in den späten Abend. Und regelmässig lehnten der Grosse Rat und die Bevölkerung eine einseitige Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Detailhandel ab.
Dennoch versuchen es einige wirtschaftsliberale PolitikerInnen immer wieder. So auch dieses Mal. Noch bevor die Bevölkerung über die Verlängerung am Samstagabend abstimmen konnte, ist bereits der nächste Vorstoss eingereicht worden, in dem eine Lockerung unter der Woche bis 22 Uhr gefordert wird.
Die neoliberalen ParteivertreterInnen politisieren damit nicht nur an den Unternehmern vorbei, sondern auch an der Bevölkerung, deren Entscheide weder abgewartet noch respektiert werden. Deshalb braucht es ein umso deutlicheres Nein zur Verlängerung der Ladenöffnungszeiten.

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