VPOD Mittelbau unibas

Schon wieder den Laptop mit in die «Ferien» genommen? Schon wieder am Sonntag dem:der Partner:in die Care-Arbeit überlassen, weil die Artikel-Deadline naht? Schon wieder die Seminararbeiten der engagierten Studis nur halbbatzig korrigiert, weil der nächste Antrag fertig werden musste? Schon wieder fast den Verstand verloren, weil die Finanzierung schon wieder ausläuft? Schon wieder über die Ironie sinniert, dass du in deiner endlosen Qualifikationsphase ausserhalb der Uni schnell als “überqualifiziert” giltst?

(c) Universität Basel

All dies hat System oder wird sogar bewusst in Kauf genommen. Wer die Uni von innen kennt, weiss aus persönlicher Erfahrung, dass in Forschung und Lehre gewaltig was schief läuft.

Wer sind wir?
Wir, die VPOD-Betriebsgruppe Mittelbau, wollen all dies nicht länger klaglos hinnehmen. Wir sind Mitglieder des akademischen Mittelbau der Universität Basel aus verschiedenen Disziplinen und Fakultäten. Wir wollen die hierarchischen Uni-Strukturen emanzipatorisch aufbrechen und die prekäre Situation verbessern, in der sich allzu viele Forschende und Lehrende ständig wiederfinden.

Wir sind davon überzeugt, dass die neoliberale Universität alle Beteiligten zu Verlierer:innen macht. Die Lehre leidet, akademische Standards in der Forschung werden untergraben und der akademische Mittelbau versauert hochqualifiziert in der Prekarität. Die gute Nachricht lautet: Wenn wir uns zusammentun, können wir das ändern!

Positionen
Gemeinsam kämpfen wir an der Uni für bessere Arbeitsbedingungen in Lehre und Forschung. Wettbewerb als Selbstzweck schadet nicht nur uns  Forschenden, sondern auch der wissenschaftlichen Qualität.

Wir erachten die gegenwärtige Universität als dysfunktional. Die im Geiste des “New Public Management” angestrengten Restrukturierungen haben bereits zuvor bestehende Schieflagen noch verstärkt. Deshalb kämpfen wir gegen die veralteten Hierarchien an den Lehrstühlen, die Missbrauch begünstigen, aber auch gegen den Exzellenz-Fetisch, der echte Kooperation verunmöglicht. Wir setzen uns ein für eine Universität, die das gesellschaftliche Bildungsversprechen erfüllt und in der “Diversität” nicht nur Marketingsprech ist.

Unsere Forderungen

  • Anstellungen nach der Promotion sollen grundsätzlich unbefristet oder zumindest mit einer klaren Aussicht auf Entfristung versehen sein.
  • Einrichtung von Dauerstellen für Daueraufgaben (z.B. Lehraufträge, Selbstverwaltungsaufgaben etc.).
  • Selbstverwaltete Forschungsgruppen statt professoraler Allmacht.
  • Mitarbeitende, die mit der Dissertation ihre Qualifikation bewiesen haben, sollen nicht länger als «akademischer Nachwuchs» behandelt werden.
  • Aktive Unterstützung von echten Teilzeitmodellen und Berücksichtigung von Care-Arbeit.
  • Abbau von Hierarchien und Ungleichheiten. Dazu gehören wirksame Massnahmen gegen Diskriminierung, Mobbing und Missbrauch.
  • Eine angemessene Grundfinanzierung der Hochschulen statt Drittmittel-Projektbetrieb.

Wie wir funktionieren:
Wir treffen uns jeden ersten Montag im Monat. Wir sind basisdemokratisch organisiert . Alle sind herzlich dazu eingeladen, sich in die Debatte um eine weniger hierarchische Universität und bessere Anstellungs- und Forschungsbedingungen einzubringen.

Schreibt uns eine Mail um in den Verteiler aufgenommen zu werden:
E-mail: / 
Twitter: @vpod_unibasel

  • «Stable Jobs – Better Science» an der Universität Basel

    In der ganzen Schweiz organisieren sich Mitarbeitende des Mittelbaus. Wir wehren uns auch an der Universität Basel.