Unsere Forderungen - Argumentarium zur Petition

Hier findest du unsere Forderungen ausformuliert.

30% mehr direktes Betreuungspersonal

Der jetzige Betreuungsschlüssel ist viel zu knapp berechnet, kommt hinzu dass nicht mal dieser mit dem jetzigen Betreuungspersonal eingehalten werden kann. Daher sind Überstunden das neue Normal und wir und unsere Klient:innen leiden darunter. Die Auswirkungen des fehlenden Personals zeigen sich in den massiven Überstunden zur Gewährleistung der Minimalbegleitung – eine qualitativ hochstehende Betreuung ist schon lange nicht mehr möglich. Zudem können Auszubildende nicht wie vorgesehen zusätzlich geplant werden, sondern arbeiten z.T. bereits im 1. Semester als vollwertige Arbeitskraft mit. Darunter leidet die Qualität der Ausbildung massiv. Aufgrund des andauerndes Personalmangel besteht somit die Gefahr, dass gegen geltendes Recht verstossen wird.

(Wieder-)Einführung des Zeitzuschlags

Im April 2022 wurde der Zeitzuschlag bei Einspringen oder Wechsel des Dienstes gestrichen. Kurzfristige Dienstplanänderungen sind aber immer noch in allen Teams an der Tagesordnung nur werden sie jetzt nicht mehr honoriert. Durch die vielen Arbeitsplanänderungen leiden unser Privatleben und unsere Erholung. Durch einen Zeitzuschlag (auf nicht selbst initiierte Änderungen des Dienstplans sowie kurzfristiges Einspringen) würde uns zumindest teilweise das Gefühl vermittelt, dass unser Einsatz und unsere Flexibilität geschätzt und angemessen entschädigt werden. Konkret fordern wir die Wiedereinführung eines 25 % Zeitzuschlag bei Einspringen oder Wechsel des Dienstes und neu ab 72 Stunden vor Dienstbeginn einen Zeitzuschlag von 50 %.

Verbindliche Planung der Überstundenkompensation

Die fast monatliche Ansammlung von geplanten (!) Überstunden ohne Perspektive, diese abbauen zu können, löst bei uns viel Frust aus. Das ständige Arbeiten über dem eigentlichen Pensum führt zu einer grossen Mehrbelastung jedes einzelnen und dadurch auch zu einem erhöhten Risiko von physischen wie psychischen Erkrankungen.

Obwohl es im Merkblatt von LIV vorgesehen wäre, gibt es in der Praxis aktuell keine Möglichkeit Überstunden zeitnah zu kompensieren. Wir fordern deshalb, dass es anstelle des 31.12. als einzigen Stichtag für die Überstundenkompensation – was sich als unrealistisch herausgestellt hat – zukünftig pro Quartal einen solchen Stichtag gibt. An diesen 4 Stichtagen pro Jahr müssen die Überstunden mindestens unter den im Merkblatt festgehaltenen maximal geleisteten Überstunden pro Pensum liegen. Die Möglichkeit Überstunden in den folgenden drei Monaten zu kompensieren, würde uns eine zeitnahe Perspektive geben und zu einer merklichen Entspannung führen.

Generelle Senkung der Arbeitslast

Wir sind überarbeitet. Mit der aktuellen Arbeitslast können wir weder den Inklusionsauftrag noch eine würdevolle Lebensgestaltung unsere Klient:innen gewährleisten. So befinden wir uns bei der Begleitung der Klient:innen ständig in einem ethischen Dilemma. Nicht nur das, diese hohe Arbeitslast führt auch zu Burnouts von uns Mitarbeitenden, was wiederum zu noch mehr Ausfällen führt. Um aus diesem ständigen Teufelskreis herauszukommen, braucht es dringend eine markante Senkung der Arbeitslast und allgemein bessere Arbeitsbedingungen.

Das Argumentarium zum Download:

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10.08.2022Argumentarien zur PetitionPDF (277 kB)