VPOD-Forderungen zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes per 2024 an der Uni Basel
Sehr geehrte Mitglieder des Universitätsrates,
Auch dieses Jahr wenden wir uns im Rahmen unserer Sozialpartnerschaft mit den Forderungen der VPOD-Mitglieder bezüglich des Kaufkraftausgleiches an Sie.
Die Reallöhne sinken auch dieses Jahr wieder. Dies zum dritten Mal in Folge. Das gab es zum letzten Mal während des zweiten Weltkrieges.
Die Reallöhne sinken stetig, währenddem die Produktivität der Mitarbeitenden ansteigt. Diese Schere entwickelt sich seit 2016 immer weiter auseinander. Seit 1950 hat sich die Produktivität gar vervierfacht.[1] Auch an die Mitarbeitenden der Universität Basel werden immer höhere Ansprüche gestellt. Sie müssen sich neue Skills aneignen, um mit der Digitalisierung und weiteren Arten der Professionalisierung ihrer Arbeitswelt mitzukommen, welche ihren Arbeitsoutput erhöhen.
Trotz dieser Produktivitätssteigerung sinken nun die Löhne zum dritten Mal in Folge. Dies obwohl die Wirtschaft gut läuft. Dies beeinflusst natürlich auch die Realitäten der Universität Basel positiv. So konnte die Universität im Jahresbericht 2022 einen Bilanzüberschuss von 7.1 Millionen ausweisen. Das ist mehr als eine Verdoppelung des Ergebnisses des letzten Jahres. Das freut natürlich auch die VPOD-Mitglieder sehr.
Die Septemberteuerung ist aktuell bei 1.7%. Die Prognose der Teuerung für das gesamte Jahr 2023 liegt sogar bei 2.2%. Doch das Leben wurde für Ihre Mitarbeitenden und andere Lohnabhängige weit teurer als es der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) errechnet. Der Landesindex ignoriert die happigen Mehrkosten etwa für Krankenkassenprämien, Mietzinsen und Energiekosten.
Die Krankenkassenprämien steigen um satte 6.5% und dies, obwohl Basel-Stadt schon längst die höchsten Prämien hat. In Baselland ist es noch prekärer. Dort steigen die Krankenkassenprämien sogar um 7.9%. Hinzu kommt die Entwicklung des Referenzzinssatzes und die damit einhergehenden Anstiege der Mieten. Die Mieten dürften aber auch nächstes Jahr weit mehr ansteigen, als es der Referenzzinssatz nahelegt. Eine Studie der Raiffeisenbank rechnet mit einer Mieterhöhung bis zu 8% für 2024.[2] Auch die Energiekosten steigen dramatisch. Diese steigen in den beiden Basel zwischen 4 und 60 (!)% an. In Basel-Stadt liegt die Erhöhung bei rund 7%. Zu guter Letzt kommt noch die anstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer hinzu, welche von 7.7 auf 8.1% um 0.4% erhöht wird.
Letztes Jahr hat die Universität Basel nur einen Teil der Teuerung ausgeglichen. Die volle Teuerung letztes Jahr lag bei 2.8%. Die Mitarbeitenden nahmen also auch letztes Jahr eine Lohnsenkung von 0.3% in Kauf. Dabei entschied sich die Universität, die Argumentation des VPOD bezüglich des extremen Kaufkraftverlustes nicht zu beachten. Denn bereits letztes Jahr mussten Ihre Mitarbeitenden Erhöhungen der Krankenkassenprämien, der Mieten und der Stromkosten hinnehmen. Diese Realität kann nun von einem öffentlichen Arbeitgeber wie der Universität Basel nicht mehr ignoriert werden. Denn real haben und hatten Ihre Mitarbeitenden somit jährliche Lohnverluste.
Damit die Universität mit ihren Löhnen mit der Privatwirtschaft mithalten kann, ist es unabdingbar, dass diese Reallohnverluste ausgeglichen werden. Nur so kann die Universität weiterhin ihren Status als attraktive Arbeitgeberin sichern.
Aufgrund dieser Anstiege der Lebenskosten und den damit einhergehenden Reallohnverluste Ihrer Mitarbeitenden fordert der VPOD folgende Lohnanpassungen:
- Ausgleich der vollen Teuerung 2023 und Ausgleich der Restteuerung vom letzten Jahr: 2.2 + 0.3% = 2.5%
- Generelle Lohnerhöhungen von weiteren 3% bei Einkommen bis 100'000.- und 1.5% für höhere Einkommen
Diese Forderung bezieht sich natürlich auf alle Mitarbeitenden der Universität Basel – unabhängig von der Finanzierung der jeweiligen Stelle.
Im Rahmen einer guten Sozialpartnerschaft, würden wir uns zudem darüber freuen, wenn die Löhne unter den Sozialpartnern jährlich verhandelt würden. Die einseitige Entscheidungsfindung des Universitätsrates unter Ausschluss der Sozialpartner wirkt für ein öffentliches Unternehmen ein wenig befremdlich. Wir würden uns daher über die Institutionalisierung jährlicher Lohnverhandlungen, wie dies bei den allermeisten anderen öffentlichen Unternehmen der Fall ist, freuen. In diesem Sinne freuen wir uns auf einen weiteren Ausbau der Sozialpartnerschaft.
Vielen Dank für Ihre Kenntnisnahme.
[1] Vgl. https://www.sgb.ch/themen/sozialpolitik/detail/finanziell-stabile-ahv-trotz-demografischer-alterung-dank-hoeherer-produktivitaet-illustriert-durch-eindrueckliche-bilder-aus-dem-gleisbau, Zugriff am 19.10.2023
[2] Vgl. https://www.raiffeisen.ch/casa/de/immobilienmarkt-schweiz/studien/aktuelle-studie.html , Zugriff am 19.10.23
