Stellungnahme vpod region basel zur gemeinsamen Kommunikation feme und PSVB mit Direktion und VR der BVB

Der vpod region basel hat die gemeinsame Kommunikation von feme und PSVB mit Direktion und Verwaltungsrat der BVB vom letzten Freitag, 11. August 2017, mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Das Präsidium des Verwaltungsgruppenvorstandes BVB im vpod und das Co-Präsidium der vpod-Gruppe Fahrdienst haben heute gegenüber den Mitgliedern bzw. Beschäftigten bei den BVB wie folgt Stellung genommen:

Liebe Kollegin, Lieber Kollege
Der vpod hat mit Erstaunen von der gemeinsamen Kommunikation der beiden anderen Personalverbände mit Direktion und Verwaltungsrat der BVB Kenntnis genommen.
Es ist uns ein Anliegen euch allen unsere Haltung dazu zu erläutern:

  1. Auch der vpod – namentlich Markus Aeschlimann, Präsident Verwaltungsgruppenvorstand BVB im vpod und Toya Krummenacher, Gewerkschaftssekretärin, hatte ein Treffen mit dem Verwaltungsratspräsidenten a.i. Kurt Altermatt, der Vizepräsidentin Mirjam Ballmer sowie Direktor Erich Lagler. Es ging dabei um einen generellen Austausch, über welchen nach unserem Kenntnisstand vorerst nicht breit kommuniziert werden sollte. Daran hatten wir uns bisher gehalten, da wir den konstruktiven Dialog für weitere Gespräche nicht gefährden wollten.
  2. Hingegen hatten wir offiziell keine Kenntnis von einem produktiven Treffen der Personalverbände zum Thema Dienste bzw. Betriebsklima. Offenbar war die mitgliederstärkste und wohl auch kritischste Gewerkschaft bei der BVB hierbei nicht erwünscht. Umso mehr erstaunt es uns, dass es sich hierbei scheinbar um eine Art von Verhandlungssitzung unter Einbezug von Legal gehandelt hat, deren Ergebnis zudem breit und gemeinsam kommuniziert wird.
  3. Zum Inhalt der Kommunikation betreffend Arbeitsgruppe Dienste nehmen wir wie folgt Stellung:
    1. Das Arbeitspapier mit den 37 offenen Punkten im Themenfeld Dienste ist schon fast seit Anfang des Jahres in Arbeit und wurde auch unter Einbezug der DEK und PEKO, und somit auch mit vpod-Mitgliedern, unter der Leitung von Marc Weiss erarbeitet.
    2. Der vpod hat die Bestrebungen Lösungen zur Verbesserung des Betriebsklimas zu finden immer begrüsst und konstruktiv unterstützt. Der vpod hatte im Vorfeld der Gründung der Gruppe angeregt, dass die bisherigen DEK-Mitglieder (min. 1-2 DEK-Mitglieder) automatisch Mitglied der Arbeitsgruppe bleiben, da sie ja am Arbeitspapier bereits mitgearbeitet hatten und für einen Grossteil der Themen die Experten sind. Daneben hätten die Verbände je einen weitere Vertretung in die Arbeitsgruppe entsenden können wie dies seitens Marc Weiss der vorgeschlagen wurde. Auf unseren Vorschlag erhielten wir leider nie eine abschliessende Antwort. Der vpod ist aber in der Arbeitsgruppe Dienste kompetent mit Peter Moser, DEK-Mitglied, vertreten. Umso mehr erstaunt es, dass die Kommunikation zur Arbeitsgruppe ohne den vpod gemacht wurde.
    3. Die Arbeitsgruppe befasst sich mit sehr vielen und breitgefächerten Themen, wie schon die 37 Punkte aufzeigen. Der vpod befürchtet darum, dass am Ende ein Flickwerk entstehen könnte, dass die effektiven Probleme des Fahrdienstes (Personalmangel, FAZ-Reglement) nicht nachhaltig lösen kann. Denn die Lösung einzelner Problempunkte ändert das Reglement selbst nicht. Nichtsdestotrotz sind wir an der konstruktiven Lösungsfindung interessiert und stets beteiligt.
  4. Der vpod ist also sehr wohl an einer konstruktiven Zusammenarbeit zur Verbesserung des Betriebsklimas und der Arbeitssituation im Fahrdienst interessiert und hat dies auch immer wieder unter Beweis gestellt. So auch als wir bereits im März dem Betrieb Vorschläge zur Kommunikation um neuen FAZ-Reglement gemacht hatten: der vpod schlug damals u.a. rollende Informationsveranstaltungen zusammen mit allen drei Verbänden und Vertretern der BVB vor, um allen Mitarbeitenden die Gelegenheit zu geben auch ihren Verbandsvertretern Fragen zu stellen. Leider wurde auch dieser Vorschlag ignoriert und die BVB hat alleine kommuniziert.
  5. Allerdings stellt der vpod tatsächlich auch weitergehende Forderungen als die Arbeitsgruppe Dienste Lösungen bieten kann. Der vpod hat bereits mehrfach und vor Abschluss der Verhandlungen zum FAZ-Reglement klar erklärt, dass das neue Reglement der BVB insbesondere in der Handhabung des „selbstverwalteten“ FAZ-Kontos eine zu grosse Flexibilität für den kurzfristigen Personaleinsatz bietet und damit die „Selbstverwaltung“ hinfällig wird. Der vpod hatte Schutzmechanismen statt absolute Verfügungsgewalt des Arbeitgebers über negative Zeitkonti sowie mehr Entgegenkommen beim Freizeitbezug gefordert. Leider wurde diesen Forderungen seitens der BVB nicht entsprochen bzw. das Reglement ohne Zustimmung des vpod verabschiedet. Weil insbesondere der Freizeitbezug bereits in der Übergangsregelung grosse Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung zeigte, haben wir euch empfohlen vorerst keine freiwilligen Dienste zu übernehmen. Denn solange der Betrieb nicht unter Beweis gestellt hat, dass er im Bezug der Freizeit gegenüber den Mitarbeitenden ebenso flexibel ist wie bei der Anordnung von Arbeitseinsätzen, zudem alles daransetzt, die Wünsche der Mitarbeitenden zu erfüllen und auch bereit ist dies im Reglement festzuhalten, bleibt die Übernahme freiwilliger Dienste vorerst vor allem zum Vorteil des Betriebes, da das FAZ-Reglement der BVB einen enorm grossen Spielraum zur Anordnung von Diensten einräumt.
  6. Der vpod hat diese Forderungen gegenüber den beiden VertreterInnen des Verwaltungsrates und Direktor Lagler am gemeinsamen Treffen bekräftigt: Der vpod fordert die Neuverhandlung des FAZ-Reglements. Denn statt Flickwerk rund um das Reglement wäre es aus Sicht des vpod sinnvoller das Ganze nochmals zu überarbeiten und gemeinsam ein Reglement zu schaffen, welches kohärent ist und sowohl dem Betrieb wie auch den Mitarbeitenden dient.
  7. Im Weiteren wird auch die Arbeitsgruppe Dienste ein zentrales Problem des Fahrdienstes nicht lösen können: den Personalmangel. Natürlich kann eine Verbesserung des Betriebsklimas zu weniger Krankheitsausfällen führen. Aber für den vpod ist klar, dass es mehr dazu braucht. Ihr alle wisst, wie der Druck zugenommen hat, wie die ständig wechselnden Dienstpläne Unsicherheit schaffen und krankmachen. Der Druck auf den Fahrdienst nimmt auch zu, weil das primäre Ziel der BVB zurzeit die „Wettbewerbsfähigkeit“ ist. Der Betrieb wird darum an allen Ecken und Enden auf Effizienz getrimmt: also auch mit möglichst wenig Personal, die gleiche Fahrleistung abdecken. Das passiert nicht sichtbar (z.B. mit Entlassungen), sondern in dem die Dienste entsprechend geplant werden oder ein Reglement eingeführt wird, welches dem Betrieb eine enorm hohe Flexibilität im Personaleinsatz gewährt. Sogar die Verkleinerung der PEKO auf die nächsten Wahlen ist „Effizienzsteigerung“. Es ist also ein Mosaik an Massnahmen, die am Ende auf euren Schultern lasten. Und dafür gibt es aus Sicht des vpod nur eine „effiziente“ Lösung: Das Sparprogramm muss gestoppt werden! Auch diese Forderung hat der vpod gegenüber dem Verwaltungsrat bekräftigt. Und dabei die Umsetzung der Avanti-Workshops gleichermassen kritisiert.

Wir hoffen, mit diesem Schreiben mehr Klarheit gebracht zu haben und stehen gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Kollegiale Grüsse

Markus Aeschlimann Kilian Wattenhofer
Präsident VGV BVB im vpod Vizepräsident VGV BVB im vpod

Peter Moser und Walter Stark Toya Krummenacher
Co-Präsidium vpod-Gruppe Fahrdienst Gewerkschaftssekretärin vpod

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